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Multimedia-Show „Areja“ ist ein Glanzlicht des Festivals RUHRFESTSPIELE in Recklinghausen
September 11, 2012  |  blog, Start_News, Theater

…Minutenlang prasselt der Applaus, die Künstler sind schon ganz verlegen. Doch sie haben es verdient. „Areja“, diese Multimedia-Show aus Bilderpoesie, Ballett und fulminanter Artistik ist ein Glanzlicht der Ruhrfestspiele.
Niemand braucht eine stringente Geschichte, wenn der motivische Reigen so schön und atemberaubend ausfällt, wie ihn Choreografen Jadi Carboni, Philippe Rives und Regisseur Dimitrij Sacharow auf die Bretter bringen.
Der Plan hinter der Show (Premiere war am 24.05.2012) ist bestechend einfach: Man versammle Spitzenkönner verschiedener Disziplinen, unterlege wuchtige Musik, garniere das mit Lichtstimmungen und vertraue auf die Wirkung, die sich im Zusammenspiel von Optik und Akustik multipliziert.
Sensationelle Körperbeherrschung
Der Akzent liegt auf „Spitzenkönner“. Wie die vier Glatzköpfe aus der Ukraine, die sich Seaworld nennen. Welche Kraft und Körperbeherrschung braucht es, wenn zwei Mann im Handstand einen dritten tragen, der auf ihrem Genick steht, während der vierte mit einer Hand auf dessen Kopf balanciert? Sensationell.
Damit nicht genug: Von den Armen zweier Kollegen hebt ein Mann zum hohen Salto mit Schraube ab – und landet wieder auf den Armen. Oder war das ein doppelter Salto? Weltklasse-Akrobatik, nicht weniger! Das Staunen des Publikums bricht sich in Johlen und Klatschen Bahn.
Knisternder Tango
Um Menschliches wie Liebe, Begegnung, Verführung, Ekstase, Geburt und um das Verstreichen der Zeit kreisen die Szenen. Das Areja Ballett gruppiert sich zu fünf Paaren, die einen erotisch aufgeladenen Pas de deux tanzen oder einen knisternden Tango hinlegen.
Helena Lehmann becirct ihren Schatz mit einer Performance am Vertical Pole, ein Vamp, dem noch extremste Verrenkungen verführerisch geraten. Konstantin Makarkin wirbelt im Reifen, jongliert einen Würfel aus Alu-Steben. Und die Musik hat Drive und Feuer, indische Perkussion trifft Elektro-Swing und Instrumentalpop.
Kunst für den Moment
Ein Knaller auch die Sandgemälde von Natalya Netselya. Live malt sie am Leuchttisch. Liebespaar, Dünen, Fötus, Uhrwerk. Meisterlich, wie schnell sie Ausdruck, Perspektive und Tiefe findet. Kunst für den Moment, ein Wischer und alles ist weg. Die Erinnerung an eine tolle Show aber bleibt….

Quelle: Emsdettener Zeitung