Kiew Modern Ballett

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September 10, 2010  |  blog, dance  |  Kommentare deaktiviert

Als ein großes Ereignis kann man die Eröffnung von Theater des modernen Choreographie “KIEW MODERN BALLETT” unter der künstlerischen Leitung von Radu Poklitaru, einen der bekanntesten und einzigartigsten jungen Choreographen Europas, bezeichnen. Mit dem Namen von Radu Poklitaru verbinindet man interessante Experimente und ungewönnliche Interpretationen von bekannten Tehatersujets, Innovationen in der Form und Lexik des modernen Tanzes. Radu Poklitaru ist schon lange auf die Rolle eines „choreographischen Provokateurs“ festgelegt. Seine radikalen Experimente gelten klassischen Stücken, die er bis zur Unkenntlichkeit umgestaltet und sie mitunter zu komischen und absurden Gags mutieren lässt. Seine „Carmen TV“, die als erste im Rahmen des Festivals „Summer Ballet Seasons“ gezeigte wurde, ist ein gutes Beispiel dafür. Seine Einakter „Krankenzimmer Nr. 6“ und „Underground“ zeugen aber davon, dass die Rolle eines feinsinnigen und nachdenklichen Regisseurs ihm viel besser steht.
Theater von Radu Poklitaru ist das Theater eines Autors, wo die Repertoir und künstlerische Prioritäten von einem Choreographen mit eigenem unverwechselbaren Stil bestimmt wird. Radu Poklitaru inszenierte zahlreiche Balletts, unter anderem:
“Carmen Suite” J.Bizet-R.Chedrin – Opernhaus Odessa 2002
“Bilder einer Austellung” M.Musorgskij – Opernhaus Kiew 2002
“Bolero” M.Ravel National Opera Moldova 2003
“Romeo und Julia” S.Prokofiev Bolshoj Theater Moskau 2003
“Station nr.6″ A.Pyart Bolshoj Theater Moskau
“Othello´s Geburtstag” S.Prokofiev Kammertheater Moskau 2004
“Aschenputtel” O.Hodosko National Opera Riga 2005
“Le forze del destino” Kiew Modern Ballett 2005
“Karmen.TV” J.Bizet Kiew Modern Ballett 2006
“Verona Myth – Shakespearimente” P.Tchaikovsky, G.Händel Kiew Modern Ballett 2007
“Rain/Bolero” M.Ravel, J-S-Bach, ethnic music Kiew Modern Ballett 2007
“Nussknacker” P.Tchaikovsky Kiew Modern Ballett 2007

Bilder einer fast vergessenen Welt

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August 30, 2010  |  Start_News  |  Kommentare deaktiviert

Hamburg. Ein blaues Rund liegt auf leerer Bühne. Der Erdkreis als Teppich. Bei ihrem “Unsichtbaren Zirkus” im St.-Pauli-Theater beschwören Victoria Chaplin und Jean-Baptist Thiérrée die Wunderwelt der Dinge und den Wahnwitz der Menschen, die sich zu ihren Beherrschern aufwerfen wollen. Statt die Dinge zu meistern, begegnen die leichtfüßige Tänzerin und der weise Clown ihnen mit einer kindlichen Neugier und unerschöpflichen Fantasie.

“Le Cirque Invisible” macht das Unsichtbare sichtbar in unserer Vorstellung und lässt uns die Dinge neu entdecken durch ihre Verwandlungen. Kerzen sind essbar oder lösen sich in Luft auf. Rote Japanschirme oder Zweiräder beginnen ein geheimnisvolles Eigenleben zu führen und werden zu wundersamen Wesen. Spaßvogel Thiérrée mit der Silbermähne lässt Bälle, Tücher und das weiße Kaninchen Raoul verschwinden. Aus immer anders bemalten und zu seinem Anzug passenden Koffern zaubert er Orangen oder Geschichten, wie das lustige Drama vom unsichtbaren Fisch. Schließlich versucht er Tauben, putzige Karnickel in allen Größen und einem Dutzend schnatternd auf die Bühne watschelnde Gänse das Lesen zu lehren.

Die grazile, alterslos wirkende Partnerin hält leichtfüßig Schritt mit seinen raschen Metamorphosen. Victoria Chaplin mutiert vom Schaukelstuhl-Monster in eine Dame, macht den Teetisch unterm kreiselnden Sonnenschirm zu einem hochnäsigen Kamel und lässt sich gar von einem Drachen verschlucken. Sie kommt mit Gläsern, Kuchenform und Schalen am Körper als lebendiges Glockenspiel und bringt es zum Klingen. Anmutig und zierlich gleitet sie über die Bühne oder sinkt – hoch oben auf dem Drahtseil balancierend – in den Spagat.

Barockmaler, die Bauhauskünstler, Loie Fullers wirbelnde Licht- und Tuch-Tänze und natürlich die Surrealisten und Comics haben Chaplin und Thiérrée bei den farbigen Kostümkreationen, den Körperskulpturen und Tableaus inspiriert. Ihre magische Show hat viel mehr mit bildender Kunst, mit Tanz und Theater zu tun als mit Zirkus. Die kleinen Gags mit Tiefgang verblüffen, belustigen und stimmen nachdenklich. Immer wieder besticht die Präzision ihres Timings, der dramaturgisch punktgenaue Moment. Drahtseil- und Rad-Artistik wie die “Zersägte Jungfrau” nehmen unerwartete Wendungen, sind weniger als Akrobatikakte gedacht, vielmehr als deren ironisches Zitat.

Zum Finale funktioniert das Paar widerspenstige Drahtesel zu grotesken Geschöpfen um. Die mit Lenkern, Ketten, Pedalen und Rädern bewehrten Figuren liefern sich einen komischen Kampf, den Chaplin als sirrende Fahrrad-Elfe besänftigt.

In einer Szene zeigt Thiérrée, dass es trotz der eifrigen Unterstützung des Publikums beim Beschwören eines Gummizebras mit den Händen wenig nützt, sich bis zur Selbstaufgabe anzupassen. Er will der Puppe Leben einhauchen, ist von Kopf bis Fuß in ein schwarz-weiß gestreiftes Kostüm gehüllt. Sogar Brille und Buch tragen das tierische Fellmuster. Vergebens. Das störrische Vieh führt den Größenwahn reglos ad absurdum. Man bleibt eben, was man ist. Da hilft auch keine Mimikry. So geht dem dummen August und den Zuschauern im Ulk ein Funken Lebensweisheit auf.

In seinen flinken Fingern wird ein Papierrechteck rund und er staunt. “Ein Wunder. Was für ein Abend.” Recht hat er. Was für ein kluger poetischer Abend. Er bietet statt der grellen circensischen Sensationsakte stille Szenen aus einer in elektronischen Bilderstürmen fast vergessenen Welt. Und auch Erkenntnis unter befreitem Gelächter. Denn mit der Quadratur des Kreises erinnert uns der unwürdige Greis, ein verschmitzter Kindskopf mit Geist, daran: Die Wunder der Welt stellen uns vor unlösbare Aufgaben und bleiben zum Staunen wunderschön.

Victoria Chaplin und Jean-Baptist Thiérrée sind keine virtuosen Artisten oder virtuellen Computer-Trickser – sondern lächelnde Philosophen. Mit Charme, Esprit und Verstand lässt das charismatische Paar – trotz fortgeschrittenen Alters noch immer behände und gelenkig – in den Spielen mit der Täuschung blitzartig Wahrheiten aufleuchten. Durch eine geplatzte Illusion. Einen absichtlich verpatzten Taschenspielertrick. Oder mit dem Wink eines roten Seidentuchs.

Le Cirque Invisible bis 10.9. tgl. außer montags, jeweils 20.00, St.-Pauli-Theater, Karten bei allen Hamburger-Abendblatt-Ticketshops und unter der Ticket-Hotline 040/30 30 98 98; www.st-pauli-theater.de

Natalia Netselya – Sandart

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August 20, 2010  |  Special Acts  |  Kommentare deaktiviert

Natalia Netselya wurde in der Stadt Ekaterinburg in Russland geboren.
In 2006 absolvierte Natalia sehr erfolgreich die Akademie der Künste in Minsk, Hauptfach Design. Natalia´s Leben ist sehr facettenreich- so nahm sie im Jahre 2007 an dem Schönheitswettbewerb unter der Hochschulen in Minsk teil und wurde Siegerin. Auch 2008 gewann sie Titel “Königin der Frühling” und “Publikumspreis” bei dem internationalen Wettbewerb.
Im Jahre 2009 gründete Natalia als erste Künstlerin ihrer Art in Weißrussland das Theater der Sandminiatüren und arbeitet an verschiedenen Kunstprojekten, unter anderem TV- Animationen und Werbespots. Seit 2010 lebt sie in Leipzig und tritt in verschiedenen Theater- und Varieteproduktionen in Europa. Sie war unser Kandidat für “Das Supertalent 2010″ bei RTL und schaffte mit ihren Bildern bis ins Finale der Show.

Bild für Bild schuf sie; ihre Hände formten nacheinander Motive, die ineinander übergingen, von einem ins andere. Immer im Zentrum der Geschichte: Ein Liebespaar und sein Weg zueinander. Dazu: Liebeslieder, abgedunkeltes Licht; Romantik pur. Magic Moments voller Emotionen eben, die die Zuschauer wie auch die Jury verzauberten. Ein wirkliches Talent. Auch für Dieter Bohlen: “Durch die Haut ins Herz.”



Shcherbak & Popov

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Juli 8, 2010  |  Partnerakrobatik  |  Kommentare deaktiviert

Nikolay Shcherbak und Sergey Popov präsentieren excellente Partnerakrobatik, die sich durch Geschwindigkeit, Kraft und Perfektion auszeichnet. Ihre Hebefiguren, Schwünge und Saltos lösen Staunen und Begeisterung aus. Die 2-fache Welt und 2-fache Europameister zeigen, wozu der menschliche Körper mit Kraft, Durchsetzungsvermögen und Disziplin imstande ist. Ohne Requisiten steht hierbei der Körper im Mittelpunkt. Zuletzt begeisterten die beiden das Publikum bei “Supertalent 2010″ in der Ukraine.

Duo Excellence

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Juli 6, 2010  |  Luftakrobatik  |  Kommentare deaktiviert

…Die Seele hängt an zwei Schlaufen. Stolz und Melancholie, Gefühl und Kraft schwingen mit, wenn die Künstler scheinbar ohne Anstrengung über den Köpfe der Zuschauer schweben. Eine anmutige Mischung aus Artistik, Performance, Sinnlichkeit – eine Hommage an die Liebe von Fürsten Rainer von Monaco und Princess Grace – und einer der schönsten Höhepunkte in jedem Programm. Par excellence…

Duo Vanegas – wheel of death

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Juni 1, 2010  |  Special Acts  |  Kommentare deaktiviert

Im Todesrad rennen, wirbeln und springen die Kolumbianer Tito Vanegas und sein Partner ohne Netz und doppelten Boden fast um ihr Leben. Ihre Sprünge werden dabei immer gewagter: Ob sie auf dem Rad Seil hüpfen oder sich mit verhüllten Augen in gefährlicher Höhe bewegen – Sinn für Spannung ist dem Duo nicht abzusprechen.

Auf dem Gipfel der Clownskunst

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Mai 20, 2010  |  Allgemein, Start_News  |  Kommentare deaktiviert

MARL. Man braucht höchstens zehn Minuten. Zehn Minuten, um zu kapieren, dass das Theater Licedei, das jetzt mit „Semianyki“ bei den Ruhrfestspielen im Theater Marl gastiert, kein Sammelsurium witziger Clownereien präsentiert, sondern russische Clownskunst in Vollendung. Zum Schreien (tragik-)komisch, nachdenklich, bewegend, mitreißend!

Die legendäre Pantomimen-Truppe aus St. Petersburg sorgt mit ihrer Geschichte einer liebenswerten, aber durchgeknallten Familie (russisch: „Semianyki“) für anderthalb Stunden glänzender Unterhaltung. Clownskunst auf allerhöchstem Niveau.
Eigentlich geht es nur um das tägliche Chaos in einer nicht ganz normalen Familie. Um Krieg und Frieden zwischen einem zum Alkoholismus neigenden Vater, einer in höchstem Maße schwangeren Mutter und ein paar völlig auf- und durchgedrehten kleinen Knirpsen. Alle Familienmitglieder nerven sich gegenseitig unerträglich – und alle lieben sich doch.
Das Publikum erlebt, wie man mit Heftpflastern einen Mord begehen, im Inneren eines Klaviers jagen oder seinen Wodka ohne Arme trinken kann. Doch solche Gags könnten andere auch inszenieren.
Das Licedei-Theater bringt diesen Schwank im eigentlichen Sinne mit viel Musik und den Mitteln zeitgenössischer russischer Pantomime auf die Bühne – und würzt das Ganze mit einer guten Prise Commedia dell’arte. Die Balance zwischen feinsinnigem, auch mal schwarzem Humor, Slapstick, Poesie – und extrem gelungenen surrealen Traumsequenzen ist perfekt abgestimmt. Man merkt oder glaubt zumindest merken zu können, dass der große russische Clownskunst-Visionär Slava Polunin, der zuletzt in Dortmund mit „Slava’s Snowshow“ in Serie Herzen zu ergreifen und das Zwerchfell zu erschüttern wusste, auch bei der Gründung des Theater Licedei in den 60ern seine Finger mit im Spiel hatte.
Und genau deshalb ist „Semianyki“ auch ein Vergnügen für die ganze Familie. Und die wird auch einbezogen. Denn das Publikum spielt hier eine ganz besondere Rolle … Für Kleinkinder allerdings ist das Spektakel dann doch etwas zu laut, zu schrill – und manchmal auch ein wenig zu böse.
Quelle: Marler Zeitung

Semianyki bei der Ruhrfestspiele

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Mai 6, 2010  |  Allgemein, Start_News, blog  |  Kommentare deaktiviert

„Semianyki” oder „Die Familie“ ist eine temporeiche Clownerie über den chaotischen Alltag einer total verrückten Familie. Dabei geht es um nichts Geringeres als um Krieg oder Frieden – zwischen einem stets betrunkenen Vater, einer schwangeren Mutter und ein paar durchgedrehten, kleinen Knirpsen. Die bunte Bande streitet stürmisch, und trotzdem haben sich alle lieb.

„Semianyki“ ist Theater zum Lachen für Groß und Klein. Das Stück kommt ganz ohne Worte aus, doch die Botschaft wird unmissverständlich deutlich: Himmel und Hölle liegen im Familienleben oft nah beieinander.
Ein Stück großer russischer Clownstradition von dem berühmten Theater Licedei aus St. Petersburg. Ein Wirbel von Sketchen, Spezialeffekten und Katastrophen – und zugleich eine Hommage an das Metier des Clowns.
Gastspiel wird im Auftrag von “Ruhrfestspiele” von Sacharow Entertainment organisiert und durchgeführt. Gespielt wird vom 17.-21.05.2010 im Theater Marl in Recklinghausen.
mehr infos unter www.ruhrfestspiele.de

Der Brave schlägt den Wilden

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April 18, 2010  |  Start_News  |  Kommentare deaktiviert

Am Ende war es eine knappe Entscheidung: Mit 56,4 Prozent der Stimmen kürten Fernsehzuschauer Mehrzad Marashi zum Gewinner von “Deutschland sucht den Superstar”. RTL inszienierte das Finale zu einem schwülstigen Duell. Dem Verlierer blieb immerhin die Versöhnung mit seiner Mutter.

Wohl noch nie wurde im deutschen Fernsehen das erregungsbedingte Aufrichten der Körperbehaarung so exzessiv herbeigeredet wie in diesen anderthalb Stunden. “Ich hab hier wirklich einen Gänsehautanfall nach dem anderen”, “Meine Haare haben sich aufgestellt”, “Voll die Gänsehaut”: Nach jeder Kostprobe der, na klar, beeindruckenden Stimmen der beiden Finalisten bei “Deutschland sucht den Superstar” erging sich die Jury um Dieter Bohlen wieder in Erschauder-Bekenntnissen.

Aber natürlich wäre DSDS nicht DSDS, wenn es hier bloß um die Sanges- und Bühnenperformance ginge. Nein, auf RTL sucht Deutschland nicht die besten Sänger, sondern die besten Lebens-Performer. Und in dieser Hinsicht liefern Menowin Fröhlich, 22 Jahre, und Mehrzad Marashi, 29 Jahre, tatsächlich erstklassigen Stoff für eine möglichst krass-authentische Lebensweg-Show.

Auf der einen Seite Mehrzhad, Typ Xavier Naidoo: Als Kind mit seinen Eltern auf der Flucht vor dem ersten Golfkrieg von Iran nach Deutschland gekommen, mit Klavier- und Gesangsstunden gepäppelt, nach mehreren Anläufen als R’n'B-Sänger von Warner fallengelassen. Pleite, aber ein guter Familienvater. Letzter Ausweg DSDS. Dieses Mal will er es schaffen.

“Großes Finale der Erzfeinde”

Auf der anderen Seite Menowin, Typ Mick Hucknall: Gezeichnet, aus zerrütteten Familienverhältnissen, kraftstrotzend, war schon mal Kandidat, wurde aber ausgemustert wegen eines Gerichtsurteils: zwei Jahre Knast wegen schwerer Körperverletzung. Drei Kinder und bis vor kurzem auf Hartz IV. “Ich hab in meinem Leben schon so viel gelitten. So viel Scheiße gebaut und so viel Leute enttäuscht”, erklärt der Sommerspross mit dem verletzten Blick in einem der unzähligen Einspielfilme. “Jetzt will ich einfach nur alles richtig machen.”

Zweimal letzte Chance, zweimal unbedingter Kampfes- und Siegeswille, ein Paulus und ein Saulus: Natürlich ließ sich DSDS nicht entgehen, den Rohstoff dieser beiden Vitae zu einem möglichst krassen Gegensatzpaar hochzupimpen. Am Strand in der Dom-Rep sind die beiden noch echt gute Kumpel und trällern gemeinsam “A la la la la long”. Dann aber werden sie zu erbitterten Konkurrenten.

Damit das “große Finale der Erzfeinde” auch so aussieht, sitzen sie in den Pausen immer möglich muffelig und abgewandt nebeneinander. Warum sie sich nicht abkönnen? Menowin, die White-Trash-Nachtigall, kommt zum Beispiel zu den Endproben viel zu spät. Mehrzhad, der Vorzeigemigrant, mahnt deutsche Tugenden an: Die ganze Crew müsse jetzt warten, wegen dem, dabei “haben die auch Familien”.

Die Mama entschuldigt sich

Ersatzjurorin Sylvie van der Vaart, die für die im isländischen Vulkanstaub hängengebliebene Nina Eichinger einsprang, findet es “toll”, dass Mehrzad “eine Familie hat”. Menowin ist es “scheißegal, was der über mich erzählt”, aber natürlich hat er auch eine Familie.

Marco Schreyl, der Moderator, nimmt sich die Mutter vor, zu der Menowin vor Jahren den Kontakt abgebrochen hatte. “Der Menowin, der hat kein gutes Leben gehabt” erklärt sie und entschuldigt sich für das “was ich dir angetan habe.” Na, geht da vielleicht doch noch was in Sachen Mama und Menowin? Dauergrinser Schreyl drängelt dem Kandidaten ein “Entschuldigung angenommen” ab. Tosender Applaus.

So läuft das hier. Der ungeschützte Instant-Seelenstriptease gehört zu DSDS einfach dazu. Zu zwei so “absolut krassen Finaltypen” (Bohlen) muss man eben auch den emotionalen Ausnahmezustand ins Krasse treiben. Mehrzad, der gute Hirte, singt Lionel Richies Schnulze “Endless Love” vor brennenden Herzen und nur für Denise, die Mutter seinen Sohnes, der er auch bereits vor laufenden Kameras einen Heiratsantrag gemacht hat.

Er will “das Pipi in den Augen” sehen

Um Menowin, das Problemkind, tanzen Mädchen im weißen Kleid, während er Dionne Warwicks “That’s What Friends Are For” interpretiert. Immer dieser flackernde Blick. “Bild”-Zeitungs-Leser wissen: Es könnte die Angst vor den UnterhaltszahlunGen sein, die die Mutter seiner Kinder einfordert. “Ich sing mir jetzt einfach den ganzen Schmerz von der Seele” erklärt er. Die DSDS-Familie als familientherapeutisches Erlebnis.

Mehrzad will “das Pipi in euren Augen” sehen. “Hier wird viel von Gänsehaut geredet” erklärt er vor seinem letzten Titel. “Aber heute werden die Leute weinen. Ich hab hart gearbeitet.” Aller harten Arbeit zum Trotz geben Bohlen, van der Vaart und der dritte Moderator Volker “Megamäßig” Neumüller am Ende dem probenfaulen Menowin den Vorzug. Vielleicht weil der dem von Bohlen selbstkomponierten Siegerstück – der musikalische Tiefpunkt des Abends – etwas mehr Seele abquälen konnte.

Nicht so das Publikum, und das entscheidet ja bei DSDS. Nach vielen, vielen Einspielern, endlosen Crescendi, Lichtsäulen, Bekenntnissen, Beschwörungen, Publikumsgejohle, Telefonnummerneinblendungen und ähnlichem Tamtam, mit dem RTL das Finale durch möglich viele Werbepausen quält, ist es dann endlich so weit. Denkt man.

Zwei Underdogs

Doch dann muss Schreyl, für die, die’s immer noch nicht kapiert haben, noch mal gefühlte zehn Minuten lang die Message verkünden. “Ihr lebt beide in bescheidenen Verhältnissen” ruft er den Kandidaten ins Gedächnis und verspricht in pastoralem Ton ein “komplett neues Leben”: “Ein Leben in der Kategorie Fünf Sterne Deluxe.” Aber nur für den Gewinner natürlich: “Der Verlierer steht für immer in seinem Schatten.”

Zwei Underdogs, nur einer kann gewinnen. Am Ende “voten” 56,4 Prozent für Mehrzad. Deutschland – wie sollte es anders sein – entscheidet sich für den braven Sanften. Der wilde Schmerzensreiche bleibt auf der Strecke. Ein Loch tut sich auf und verschlingt ihn. Quatsch, natürlich. Stattdessen schießt ein bisschen Pipi in die Augen, der Sieger nimmt den Verlierer in die Arme und erklärt: “Ich mach mir gar keine Sorgen um seine Zukunft.” Das Leben geht weiter. Und Bohlen fährt in den Urlaub: “Ist mir alles scheißegal!”

Von Christoph Twickel

Quelle: Spiegel online

Artistik vom Feinsten

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April 3, 2010  |  Start_News  |  Kommentare deaktiviert

Der Cirque du Soleil gastiert mit „Saltimbanco“ bis Sonntag in der Porsche-Arena – Ein Blick hinter die Kulissen

Stuttgart – In sechs Stunden beginnt die Vorstellung. Auf der Bühne in der Porsche-Arena herrscht entspanntes Treiben. Gespannt sind nur die Muskeln der trainierenden Artisten. Die Mitwirkenden der Nummer „Chinese Poles“ üben nochmal ihre Schrittfolgen, klettern die Stangen hoch, als gingen sie spazieren, rutschen kopfüber in die Tiefe, um kurz vor dem Boden zu stoppen. Einer „schwebt“ komplett gestreckt waagerecht von der Stange – und lächelt, während er einen Klimmzug macht. Artistik vom Feinsten.

Was bei der Show „Saltimbanco“ des Cirque du Soleil den Besuchern geboten wird, ist atemberaubend. 50 Artisten aus 21 Ländern sorgen während der zweistündigen Show für viele offenen Münder und große Augen. „Wir wollen dem Publikum schon etwas ganz Besonderes bieten“, erläutert Maxime Charbonneau die Philosophie des kanadischen Unternehmens. „Wir bieten eine eigene kleine Welt.“ 95 Personen reisen mit der Urshow des Cirque du Soleil von Ort zu Ort. Die Zirkusshow, die es seit 18 Jahren gibt und inzwischen von elf Millionen Menschen gesehen wurde, ist so modifiziert worden, dass sie auch in Hallen gezeigt werden kann. Alle der insgesamt 19 Shows sollen sukzessive hallenkompatibel werden. „So können wir an Orten auftreten, in denen wir noch nie waren.“

Für die großen Zeltshows sind 50 Lastwagen nötig, um das Equipment zu transportieren. „Saltimbanco“ benötigt 15. „In zwei bis drei Stunden ist alles verpackt.“ Das Team ist eingespielt. Jeder weiß, was zu tun ist. 1200 Kostüme beziehungsweise Einzelteile stehen zur Verfügung. Vier festangestellte Mitarbeiter sowie zwei bis drei Helfer aus der jeweiligen Stadt sorgen dafür, dass alles für die Vorstellungen bereit ist. Es wird gewaschen, gereinigt, gebügelt, ausgebessert, geändert, nachkoloriert. Die Kostüme aus den unterschiedlichsten Materialien werden in Montreal, dem Sitz des Cirque du Soleil, hergestellt. „Es ist unterwegs viel zu tun.“ Victoria ist für die 250 Schuhe zuständig. Sie schwört auf eine alte Singer-Nähmaschine. „Die ist schwer, leistet aber sehr gute Arbeit.“ Von der Porsche-Arena ist sie begeistert. „Wir haben hier sehr viel Platz, alles ist neu, es riecht gut.“ Dies sei nicht überall so. Teilweise sind die Locations über 100 Jahre alt. „Für die Show ist das gut“, ergänzt Charbonneau. Aber hinter der Bühne ist alles sehr beengt. 15 Meter hoch muss die Halle mindestens sein. Ein Produktionsteam prüft vorab die Hallen auf Eignung.

Direkt hinter der Bühne ist der Aufwärmbereich, am Monitor kann verfolgt werden, was sich auf der Bühne gerade tut. „Jede Show wird aufgezeichnet.“ Auch ein kleiner mobiler Kraftraum ist dabei. Die Artisten halten sich fit. Verletzt sich einer, gibt es keinen Ersatz. „Dann wird modifiziert.“ Einmal ging die Grippe um. Sechs Artisten waren betroffen. Zwischen den acht Vorstellungen in Stuttgart wird nicht zu intensiv trainiert. Seit fünf Wochen tourt „Saltimbanco“ durch Europa, noch fünf stehen vor ihnen.

Beim Cirque du Soleil sind 1500 Artisten beschäftigt. Eine eigene Abteilung sucht nach entsprechenden Talenten bei Sportwettkämpfen und nimmt Kontakt auf. Einige Olympia­teilnehmer sind unter Vertrag. Zudem gibt es öffentliche Vorsprechen, bei denen das Können gezeigt werden kann. „Und wir haben engen Kontakt zu Zirkusschulen.“ Das Interesse, Teil des Cirque du Soleil zu werden, ist groß.

Es gibt noch Restkarten für alle Vorstellungen von Saltimbanco heute um 20 Uhr, morgen und am Samstag um 16 und 20 Uhr sowie am Ostersonntag um 13 und 17 Uhr.

Quelle: Esslinger Zeitung